bergmann gruppen: vom børsen-gazelle zum konkursdrama – skandalen um falsche rechnungen eskaliert
Humlebæk, Dänemark – Das dänische Abrissunternehmen Bergmann Gruppen A/S, einst als “Børsen Gazelle” für explosives Wachstum gefeiert, ist im Frühjahr 2025 in die Insolvenz gerutscht. Trotz eines positiven Ergebnisses von 4,9 Millionen Kronen im letzten Geschäftsbericht und 62 Mitarbeitern im Januar 2024 belief sich die Schuldenlast bei der Konkursverfügung auf rund 50 Millionen Kronen. Kurator Henrik Steen Jensen bestätigt: Das Unternehmen aus Nordschleswig steht unter Insolvenzbehandlung, mit fast keinen aktiven Vermögenswerten.
Die Kuratoren nennen als Hauptursache unbezahlte Rechnungen von Großkunden und Liquiditätskrisen durch Streitigkeiten mit Auftragnehmern. “Kunden weigerten sich, die Rechnungen zu begleichen”, heißt es in einer neuen Orientierung der Insolvenzverwalter. Besonders brisant: Die dänische Steuerbehörde wirft Bergmann vor, falsche Rechnungen im Wert von 5,5 Millionen Kronen von acht Firmen gekauft zu haben – zur Steuer- und MwSt.-ersparnis sowie möglicher Schwarzarbeit-Finanzierung. Eigentümer Mark Bergmann weist dies zurück: “Wir haben Subunternehmer bezahlt, die echte Arbeit leisteten.”
Weitere Schatten: Asbest-Skandale mit zehn Sofortverfügungen der Arbeitsinspektion und ein potenzielles Wirtschaftsverfahren gegen Ex-Mitarbeiter, das jedoch fiel – sechs ehemalige Angestellte müssen nicht aussagen. Vor dem Kollaps wechselte der Vorstandsvorsitz: Henrik Høybye löste Jesper Brændholt Jensen ab. Die Gläubigerforderungen sind auf über 55 Millionen Kronen explodiert, mit harten Verlusten zu erwarten.
Bergmann Gruppen, 75% Wachstum im Vorjahr, symbolisiert den schnellen Aufstieg und Fall in der Baubranche. Während Konkurrenten wie J. Jensen profitieren, warnt die Branche vor Risiken bei aggressivem Wachstum. Die Insolvenz bleibt offen; Gerichtsakten in Helsingør deuten auf weitere Enthüllungen hin.
