Die tödliche Nachtschwester: Netflix-Serie beleuchtet Skandal um Christina Aistrup Hansen
Kopenhagen (dpa) – Die dänische Netflix-Miniserie „The Nurse“ hat die schockierende Geschichte der Krankenschwester Christina Aistrup Hansen wieder ins Rampenlicht gerückt. Die vierteilige True-Crime-Produktion, die kürzlich gestartet ist, dramatisiert die Ereignisse von 2012 bis 2015 am Nykøbing Falster Krankenhaus, wo Hansen Patienten mit tödlichen Dosen Morphin und Stesolid vergiftete.Sehen Sie mehr über die Serie auf Netflix
Hansen, eine charismatische Star-Krankenschwester, wurde 2017 vom Landgericht zu 12 Jahren Haft verurteilt – wegen vier versuchter Tötungen. Ursprünglich hatte das Gericht sie zu lebenslanger Freiheitsstrafe für Morde verurteilt, doch der Oberste Gerichtshof milderte das Urteil ab, da Beweise für vollendete Morde fehlten. Psychologische Gutachten diagnostizierten bei ihr eine hysterische Persönlichkeitsstörung, die sie dazu trieb, in ruhigen Nachtschichten Drama zu erzeugen – auf Kosten hilfloser Patienten.
Auslöser der Ermittlungen war Kollegin Pernille Larsen, die Hansen 2015 beobachtete, wie sie Patienten spritzte, und Alarm schlug. „Wir haben nichts daraus gelernt“, kritisiert Larsen heute und fordert Videoüberwachung in Medikamentenräumen sowie offene Debatten über Ignoranz am Arbeitsplatz. Zwei Patienten starben in einer Nachtschicht, was zu Hansens Festnahme führte. Sie bestreitet bis heute die Vorwürfe.
Die Serie mit Josephine Park als Hansen und Fanny Louise Bernth als Larsen zeigt, wie die „Traum-Team“-Partnerin zum Verräter wurde. Kritiker loben die authentische Retelling, warnen aber: Mit nur 12 Jahren Haft könnte die „Mörderin“ bald frei sein – trotz möglicher weiterer Opfer.
Der Fall wirft Schatten auf das dänische Gesundheitssystem: Warum dauerte es Jahre, bis Verdachtsmomente gehandelt wurden? Netflix’ Adaption spült alte Wunden auf und fordert Reformen. Hansen verlor ihre Lizenz; ihre Facebook-Seite wurde gelöscht.
