Streik bei Nakskov Sukkerfabrik: 100 Mitarbeiter legen die Arbeit nieder
Nakskov, Dänemark – In den beiden letzten dänischen Zuckerfabriken von Nordic Sugar in Nakskov und Nykøbing Falster haben rund 100 Schmiedearbeiter die Arbeit niedergelegt. Die organisierten Mitglieder von Dansk Metal protestieren gegen ein unzureichendes Lohnangebot des Unternehmens. Dies meldet die Lolland Falster Folketidende.[1]
Nordic Sugars Management-Assistentin Gudrun Svansø Iversen bestätigte per E-Mail: „Wir sind von einer Arbeitsniederlegung betroffen und führen Dialoge darüber. Weitere Kommentare haben wir nicht.“ Afdelingsformand Jørgen Stensgaard Madsen erklärte gegenüber dem Lokalblatt die Unzufriedenheit mit dem Angebot als Grund für die Maßnahme.[1] TV2 Øst spricht von genau 100 Betroffenen.[1]
Die Nakskov-Fabrik, erbaut 1882 als eine der größten in Nordeuropa, beschäftigt rund 140 Festkräfte plus Saisonmitarbeiter und produziert Zucker für die Lebensmittelindustrie, Melasse und Tierfutter.[2] Trotz des Konflikts plant das Werk eine grüne Zukunft: Ab 2024 wechselt es von Kohle und Öl zu Biogas, unterstützt durch eine staatliche Investition von 800 Millionen Kronen. Bereits seit September 2021 nutzt Nakskov Light Fuel Oil (LFO) mit geringeren Emissionen von SOx, NOx und Partikeln, um strengere Umweltauflagen zu erfüllen.[3]
Fabriksdirektør Allan Borreskov betonte: „Wir konvertieren Kesselbrenner für Gas bis 2024, Kohle wird wahrscheinlich ausgemustert.“[3] Positiv für die Region: Überschusswärme der Fabrik fließt nun direkt in das Fernwärmenetz von Nakskov, was Haushalte mit „süßer Wärme“ versorgt.[4]
Diese Streikaktion unterstreicht Spannungen in der Branche, während Nordic Sugar – mit 27-jährigem Direktor Jesper Jeppesen kürzlich ausgeschieden[8] – auf Nachhaltigkeit setzt. Lokale Politiker besuchten kürzlich die Werke.[9] Die Fabrik bleibt ein Eckpfeiler für Lolland-Falster, doch der Ausgang der Verhandlungen ist offen.
